• Zuhören, miteinander reden, voneinander lernen

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    Referentinnen Fatme, Yael, Maya und Nimala (v.l.) sowie Moderator Tobias Pietsch

    Am Sonntag ging an der Evangelischen Akademie Bad Boll die Tagung “Jugend in Israel und Palästina – Hindernisse, Herausforderungen, Hoffnungen” zu Ende. 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter erfreulich viele jüngere, kamen mit den vier israelisch-palästinensischen Referentinnen und den zwei deutschen Referenten intensiv ins Gespräch. Es war spannend und bereichernd, der Lebenserzählung der vier jungen Frauen zuzuhören. Sie berichteten von ihren so unterschiedlichen Herkünften, den Lebensumständen ihrer Kindheit und Jugend, der Auseinandersetzung mit den familiären, gesellschaftlichen, religiösen und nationalen Überlieferungen. Beeindruckend war, mit welcher inneren Freiheit sie mit den Traditionen ihres Ursprungs umgingen und mit welcher inneren Freiheit sie ihre Wahl trafen, was davon sie für sich gelten lassen wollten und was nicht. Und ebenso beeindruckend waren Offenheit und Empathie der Vier für Menschen auf der jeweils anderen Seite des Konflikts. Erstaunlich und ermutigend waren schließlich das Maß an Übereinstimmung in Werten und Grundüberzeugungen, das die vier Frauen miteinander verband und ebenso ihre Bereitschaft, mit der jeweils anderen Seite in bi- oder trinationalen Projekten zusammenzuarbeiten.

    In Arbeitsgruppen am Ende des Seminares wurden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Wochenendes zusammengetragen. Große Einigkeit bestand darin, bi- und trilaterale Partnerschaften zwischen Schulen, Universitäten und Kommunen auszubauen und um Unterstützung dafür zu werben, auch, damit Finanzierung und Begleitung gesichert werden. Außerdem sollen Dialogprojekte verbindlicher werden. Sie sollen in fassbare Ergebnisse und konkrete Aktivitäten münden, damit es nicht bei leeren Worten bleibt und das Vertrauen und der Glauben in Dialog und Verständigung nicht verloren gehen.

     

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