• Seminarkurs „Nahost-Konflikt“ des Lichtenstern-Gymnasiums Sachsenheim

    Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim

    Lichtenstern Gymnasium in Sachsenheim. Foto: Tobias Pietsch

    Interview mit Leitung und Teilnehmern des Seminarkurses „Nahost-Konflikt“ der Jahrgangsstufe 12 des Lichtenstern-Gymnasiums Sachsenheim, Juli 2013

    Das Evangelische Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim, Landkreis Ludwigsburg, bot im Schuljahr 2012/2013 erstmals einen Seminarkurs zum Thema „Nahost-Konflikt“ an. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 bearbeiteten über ein ganzes Jahr hinweg eine Vielzahl von Einzelaspekten des israelisch-arabischen und speziell des israelisch-palästinensischen Konflikts, seiner Geschichte und Gegenwart, seiner Auswirkungen auf das Leben der Menschen und von Möglichkeiten zu seiner Beendigung. Franz-Hellmut Schürholz, Vorsitzender des Forums Deutschland-Israel-Palästina, stellte sich den geballten Fragen der Kursteilnehmer und bat dann seinerseits die Kursleitung und Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer um ein Resümee ihrer Erfahrungen mit dem Seminarkurs. Antworten kamen von der Kursleiterin, Frau Anke Söller, und von acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

    Fragen an die Seminarleitung:

    Wie kamen Sie auf das eigentlich doch eher fernliegende Thema, das zudem in der öffentlichen Diskussion bei uns heftig umstritten ist?

    Der Vorschlag kam im vergangenen Schuljahr von mir, da mich das Thema nach einer Reise nach Israel im Jahr 2000 beschäftigt. Zudem haben wir gerade nach einem Thema gesucht, das in der Öffentlichkeit diskutiert ist und umstritten ist. Ein Lernziel des Kurses ist ja unter anderem der Umgang mit Quellen. So war auch das immer wieder Thema, woher Informationen zu den einzelnen Themen kommen, wie Aussagen zu bewerten sind, ob es dazu auch Gegenpositionen gibt…

    Fragen an die Teilnehmerinnen/Teilnehmer:

    Wenn Sie versuchen, Ihr Bild vom Nahen Osten und vom Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu Beginn des Seminars und jetzt, an seinem Ende, vergleichen: Wie würden Sie die Veränderung umschreiben?

    Schüler/in 1: Ich habe auf der einen Seite mehr Verständnis, aber gleichzeitig auch Unverständnis, weil ich jetzt über die genauen Beweggründe und Vorgänge Bescheid weiß. Auf jeden Fall interessiere ich mich mehr dafür, da ich jetzt auch einfach weiß, was vor sich geht.

    Schüler/in 2: Zwar ist das Thema des Nahostkonflikts in den Medien ständig präsent, allerdings war ich mir zu Beginn nicht über das vollständige Ausmaß des Konflikts bewusst gewesen. Nun ist man sich dieses Konfliktes im Nahen Osten viel bewusster und kann das Verhalten der Menschen dort verstehen.

    Schüler/in 3: Erst durch den Seminarkurs habe ich den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verstanden. Davor war mein Wissen nur sehr oberflächlich.

    Schüler/in 4: Ich habe einen sehr viel klareren Überblick über die Situation dort und verstehe die Hintergründe des Konflikts. Früher hatte ich erstens den Konflikt nicht verstanden und zweitens hatte er mich nicht so stark interessiert, dass ich mich von allein darüber informieren wollte, da er so weit weg schien.

    Schüler/in 5: Ich hatte vor Beginn des Seminarfachs viel weniger Ahnung, was dort eigentlich vor sich geht. Außerdem hatte ich doch irgendwie den Eindruck, dass die Palästinenser die „Bösen“ sind. Im Laufe des Kurses bekam ich aber immer mehr den Eindruck, dass dies nicht so stimmt und viel mehr, meiner Meinung nach, eigentlich die Israelis Dinge mit den Palästinensern machen, die menschlich nicht „o.k.“ sind.

    Schüler/in 6: Am Anfang hatte ich mich eigentlich noch gar nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt, deshalb ist es schwierig, mein Bild auf den Konflikt zu beschreiben. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass der Konflikt so gravierend ist, vor allem auch für andere umliegende Länder.

    Schüler/in 7: Eine große Veränderung, da ich am Beginn des Seminarfachs nicht dachte, dass der Konflikt so weitläufig ist. Je länger man sich mit dem Thema beschäftigte, desto mehr Faktoren konnte man finden.

    Schüler/in 8: Ich hatte zuvor nur sehr wenig Ahnung von der Thematik, darum konnte ich mir zu dieser Zeit kein Urteil bilden. Allerdings hatte man aus deutscher Sicht noch gedacht, dass eigentlich eher die muslimischen Palästinenser mit ihren Selbstmordattentätern die höhere Schuld tragen. Am Schluss hat sich dies einfach gewandelt, da ich erkannte, dass nicht automatisch jeder Palästinenser auch Terrorist ist.

    Foto: flickr / delayed gratification

    Wie wichtig war es Ihnen, die Hauptstreitpunkte des Nahost-Konflikts aus der Sicht beider Konfliktparteien zu beleuchten? War es schwierig, „fair“ zu bleiben?

    Schüler/in 1: Es war mir sehr wichtig, doch gleichzeitig ist es mir auch unwahrscheinlich schwer gefallen, fair zu bleiben.

    Schüler/in 2
    : Bei solch einem Konflikt ist es natürlich wichtig, verschiedene Aspekte aus dem Blickwinkel beider Parteien zu betrachten. Während man dies tut, klärt man für sich persönlich intuitiv die Schuldfrage – und man wird unparteiisch. Gerade wenn man die Geschehnisse und Verhandlungen in der Vergangenheit – zumeist negativ für die palästinensische Bevölkerung – sieht, kann es leicht dazu kommen, dass man eher mit den Palästinensern sympathisiert. Allerdings werden von beiden Seiten Fehlentscheidungen getroffen und Gräueltaten begangen, so dass man die Lage realistisch einschätzen muss.

    Schüler/in 3
    : Es ist sehr schwierig, „fair“ zu bleiben. Da teilweise die Medien sehr pro-palästinensisch handeln und andere Organisationen eher pro-israelisch agieren. Dabei objektiv zu bleiben, ist sehr schwierig. Ansonsten ist es jedoch sehr wichtig, „fair“ zu bleiben.

    Schüler/in 4
    : Ich fand es nicht besonders schwierig, beide Sichten herauszuarbeiten, fand es aber mit der Zeit schwer, gegenüber Israel fair zu bleiben.

    Schüler/in 5
    : Es war mir schon wichtig, beide Seiten zu betrachten. Da ich vor dem Seminarkurs eben noch nicht besonders viele Informationen hatte und jetzt weder pro Israel noch pro Palästina unbedingt eingestellt war, denke ich, dass es für mich persönlich nicht so schwer war, die Sache objektiv und fair zu betrachten.

    Schüler/in 6
    : Es war sehr wichtig, die Streitpunkte aus beiden Seiten zu sehen, aber es war definitiv schwierig, fair zu bleiben, auch gerade weil ich oft den Holocaust im Hinterkopf hatte und dachte, dass man den Juden doch hätte helfen müssen.

    Schüler/in 7
    : Es war sehr wichtig, dass man beide Seiten anschaut, weil nur dann der Konflikt einen Sinn ergibt. Ich hatte eigentlich kein Problem, „fair“ zu bleiben, da meiner Meinung nach keiner von beiden weniger schuldig ist.

    Schüler/in 8
    : Es ist auf jeden Fall wichtig, die Streitpunkte zu kennen, um zu wissen, auf was der Konflikt gründet. Vor allem gegenüber den Israelis war es schwer, fair zu bleiben, da sie dabei meist den bösen Besatzerstaat spielen, der die Palästinenser unterdrückt.

    Wie „nahe“ ist Ihnen das Thema und sind Ihnen die vom Konflikt betroffenen Menschen in der Region im Laufe des Kurses gekommen?

    Schüler/in 1: Na ja, es hat schon mein Interesse geweckt.

    Schüler/in 2
    : Wie bereits erwähnt, ist mir das Thema nun stärker im Bewusstsein. Und es ist tatsächlich so: wenn man nun in den Nachrichten etwas über den Nahostkonflikt hört, denkt man viel stärker an die Menschen, die dort leben. Man hat also einen viel näheren Bezug zum Thema.

    Schüler/in 3
    : Mir persönlich ist das Thema, aber vor allem die Menschen sehr nahe gekommen. Dadurch, dass man nahezu 1 Jahr die aktuellen Ereignisse verfolgt hat und sich auch intensiv auf sein Thema vorbereitet hat, ist einem das Thema sehr vertraut geworden. Die Menschen sind mir vermutlich nur daher „nahe“ geworden, weil unser Unterthema sehr viel mit Menschen zu tun hatte.

    Schüler/in 4
    : Das Thema ist mir seit dem Kurs sehr nah gekommen und ich kann das Ganze und die Probleme der Menschen dort viel besser verstehen. Das ist der Grund, weshalb ich auch in Zukunft am Thema interessiert bleibe.

    Schüler/in 5
    : Mir sind vor allem die Palästinenser relativ nahe gekommen, wobei sicherlich auch nicht alle ihre Taten so korrekt sind. Damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet, eher, dass mir die Israelis näher kommen, was allerdings nur bedingt der Fall war.
    Aber es beschäftigt mich schon, was im Nahen Osten passiert und wie die Menschen miteinander umgehen.

    Schüler/in 6
    : Es geht einem auf jeden Fall viel näher als vorher, weil man nun eben so viel über den Nahostkonflikt weiß und man sich deshalb sehr gut in die Situation der Personen hineinversetzen kann.

    Schüler/in 7
    : Der Konflikt ging einem schon nahe und auch vor allem einzelne Gruppen. Gerade weil einzelne Gruppen in Präsentationen gezeigt wurden und man auch individuell darauf eingegangen ist. So gab es Momente, in denen der Konflikt sehr realistisch wurde. Es war aber manchmal auch schwer, sich vorzustellen, dass alles echt ist.

    Schüler/in 8
    : Ich konnte ein Interview mit einem Lehrer führen, der Schüleraustausche nach Israel begleitet und organisiert hat. Aus den geschilderten Erlebnissen war es auf jeden Fall schwer, die Distanz zu halten.

    Werden Sie persönlich an dem Thema dranbleiben?

    Schüler/in 1: Ja, schon. Vielleicht nicht jeden Tag suchen, was es Neues gibt, aber wenn man in den Nachrichten oder Zeitung etwas sieht, werde ich es mir einmal durchsehen.

    Schüler/in 2
    : Die Nachrichten bieten ja inzwischen viele Möglichkeiten, „am Thema dranzubleiben“. Dies ist natürlich nur ein kurzer Abriss dieses Konflikts, der in den Abendnachrichten ausgestrahlt wird. Aber durch zahlreiche Artikel kann man natürlich noch viel informierter sein. Ich werde dies natürlich weiterhin verfolgen, um zu sehen, wie sich der Konflikt (hoffentlich positiv) weiterentwickeln wird.

    Schüler/in 3
    : An dem Thema werde ich nicht so intensiv dranbleiben wie das für den Seminarkurs der Fall war. Doch dadurch, dass wir sehr lange und ausführlich den Konflikt behandelt haben, werde ich auf jeden Fall immer in der Zeitung auf aktuelle Ereignisse aufmerksam und oberflächlich weiter informieren.

    Schüler/in 4
    : Siehe meine Aussagen zur vorigen Frage

    Schüler/in 5
    : Nicht so intensiv wie während des Kurses, aber ich denke, ich werde das Geschehen schon mit anderen Augen verfolgen als vor der Zeit des Seminarkurses, auch vor allem interessierter, da ich jetzt dadurch eigentlich erst richtig weiß, worum es genau im Detail geht.

    Schüler/in 6
    : Ich denke, es ist fast unvermeidlich, an dem Thema dran zu bleiben, weil man nun sozusagen ein völlig „anderes Ohr“ für es hat und man automatisch hinhört, wenn man das Wort Nahostkonflikt hört.

    Schüler/in 7
    : Ich denke, ich werde nicht gezielt im Internet recherchieren, aber wenn ich etwas darüber sehen oder hören werde in den Nachrichten/Zeitung, werde ich wohl besonders aufmerksam sein.

    Schüler/in 8
    : Ich werde auf jeden Fall die Thematik in den Nachrichten verfolgen – sie aber näher beleuchten eher nicht.

    Foto: flickr / masa_israel

    Hätten Sie Lust, nach dem Abitur einmal einige Zeit in der Region zu leben – etwa dort einen Freiwilligen Sozialen Dienst zu leisten oder zu studieren?

    Schüler/in 1: Mhm, ich würde die Region lieber besuchen, nicht gleich dort leben, aber ich würde gerne die Gefühle und Lebensweisen der Menschen dort kennenlernen. Vielleicht eine Art Urlaub für 2 – 3 Monate?

    Schüler/in 2
    : Tatsächlich finde ich Israel und die nähere Umgebung sehr faszinierend. Zwar möchte ich dort kein Jahr verbringen aber diese Region hoffentlich einmal besuchen.

    Schüler/in 3
    : Einerseits wäre es sehr interessant, all das Gelernte mal in direktem Zusammenhang zu sehen. Doch dadurch, dass oftmals abgeraten wird, in die Konfliktländer zu reisen, schreckt es mich doch sehr ab. Die Gefahr, dort zu leben, ist sehr groß, aufgrund Bombenangriffen und Raketenbeschüssen. Für längere Zeit würde ich nicht in die Region reisen, doch für einen Urlaub auf kürzere Zeit schon eher.

    Schüler/in 4
    : Eher weniger. Nicht weil ich es nicht interessant fände, sondern weil ich mir über meine Zukunft sehr sicher bin und ich nach meinem Abitur für eine Weile nach Amerika ziehen möchte.

    Schüler/in 5
    : Einerseits hätte ich schon Lust, um die Leute dort vielleicht persönlich kennenzulernen und sich das Geschehen selber vor Ort anzuschauen. Andererseits gibt es allerdings andere Orte und Länder auf der Welt, in die ich lieber einmal reisen möchte, die ich vor Israel/dem Nahen Osten bevorzugen würde.

    Schüler/in 6
    : Für mich persönlich wäre der Aufenthalt in der Region nichts, denke ich, da ich mich eher für andere Länder und Sprachen interessiere.

    Schüler/in 7
    : Ich könnte es mir nicht so gut vorstellen, da zu leben. Nach dem, was ich alles gelesen und gehört habe, würde ich eher Angst davor haben! Außerdem wäre mir das Klima zu heiß. Dennoch denke ich, es gibt Leute, denen dies gut gefallen würde.

    Schüler/in 8
    : Wenn die Lage im Nahen Osten nicht wie momentan so angespannt wäre, auch wegen Syrien, könnte ich es mir vorstellen, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst dort zu absolvieren. Studieren kommt für mich allerdings nicht in Frage.

    Meinen Sie, wir Deutschen oder wir Europäer könnten etwas für einen friedlichen und fairen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern tun? Meinen Sie, wir wären dafür ein Stück weit in der Verantwortung?

    Schüler/in 1: Nein, verantwortlich sind wir nicht! Ich denke, wir mischen uns eher zu viel ein. Manchmal muss man zwei streitende Parteien auch einfach machen lassen – sie kommen zu einem Ergebnis. Allerdings nur, wenn es sich um Streit und nicht um Krieg handelt.

    Schüler/in 2
    : Es ist auf jeden Fall ein unparteiischer Mediator zur Lösung dieses Konflikts nötig. Seit 2002 spielt Europa natürlich eine wichtige Rolle im Nahost-Friedensprozess neben den USA und den Vereinten Nationen. Natürlich ist insbesondere Deutschland zum Teil für Israel verantwortlich. Ich sehe den Grund dafür, dass Europa für einen „fairen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern“ arbeiten soll aber viel mehr darin begründet, dass jede Organisation/halbstaatliche Organisation/Staat, die/der positiven Einfluss auf den Nahostkonflikt nehmen kann, dazu auch verpflichtet ist.

    Schüler/in 3
    : Nein, ich denke nicht, dass die „Einmischung“ Deutschlands oder Europa seine wesentliche Veränderung mit sich bringen würde. Schon in der Vergangenheit hat man gesehen, dass die Einmischung anderer Länder nicht wirklich etwas zum Konflikt beigetragen hat. Aber in der Verantwortung wären wir definitiv schon.

    Schüler/in 4
    : Ja, das glaube ich. Wir leben zwar nicht im Bereich, wo der Konflikt am stärksten ist, doch jeder hat einen Einfluss darauf.

    Schüler/in 5
    : Ich glaube nicht, dass wir als Europäer etwas Ausschlaggebendes für Frieden im Nahen Osten zwischen Israel und Palästina tun können. Für Frieden müssen sowohl Israelis und Palästinenser bereit sein, einen Kompromiss zu treffen und Frieden zu wollen. Meiner Meinung nach ist das im Moment nicht der Fall.
    Europa könnte Israel und Palästina, wenn es so weit kommen würde und sie sich einigen könnten, unterstützen. Aber den Schritt zum Frieden müssen die beiden Völker alleine tun.
    Ich denke trotz der Geschichte nicht, dass Europa dazu verpflichtet ist, im Nahen Osten unbedingt Frieden zu stiften.

    Schüler/in 6
    : Ich denke, es ist sehr schwierig zum Frieden beizutragen, da die Fronten eben schon so sehr verhärtet sind. Aber Deutschland bzw. Europa hätte schon eine Verantwortung, da viele Juden von hier nach Palästina geflohen sind. Außerdem sollte jedes große oder weit entwickelte Land sich in gewisser Weise verpflichtet fühlen, soweit sie helfen können, dies auch zu tun.

    Schüler/in 7
    : Ich denke, dass Deutschland bzw. Europa schon ein Stück weit dafür verantwortlich ist, da es Situationen gab, in denen Europa den Konflikt angeheizt hat. Und eigentlich sollte Europa auch etwas zur Konfliktlinderung tun. Doch ich denke, das ist eher nicht möglich, da immer wenn die USA oder Europa Frieden schaffen wollten, ist es schief gegangen und es gab verhärtete Fronten.

    Schüler/in 8
    : Ich denke nicht, dass „wir“ den Friedensprozess entscheidend voranbringen können. Denn dies ist ein Konflikt von zwei Ländern, die Kompromisse für ein gutes Zusammenleben schließen müssen. Und auch einen europäischen Staat als Vermittler fungieren zu lassen, sehe ich eher kritisch, da sich die Palästinenser eventuell dadurch benachteiligt fühlen könnten. Auch auf Deutschland bezogen sollte man sich da eher raushalten, da wir als Deutsche eigentlich keine neutrale Position einnehmen dürfen.

    Fragen an die Seminarleitung:

    Hat sich der Kurs gelohnt? Werden Sie ihn im kommenden Jahr wieder anbieten?

    Ja, wir werden den Kurs im kommenden Schuljahr noch einmal anbieten. Wir bieten in aller Regel Themen mindestens zwei Jahre hintereinander an, so dass wir im zweiten Jahr die Dinge verbessern können, die im ersten Durchgang noch schwierig/ negativ waren. Gerade bei diesem Thema ist das auch meiner Meinung nach besonders sinnvoll, da ich (wir vermutlich alle) unterschätzt haben, wie schwer es den Schülern fällt, Zugang zu dieser Thematik zu finden. So wissen wir, dass wir im kommenden Schuljahr, den Schülerinnen und Schülern noch mehr Informationen vorweg geben müssen und das Thema noch anschaulicher gestalten müssen (vermutlich eben deutlich früher mit Experten, die dort waren, die anschaulich berichten können…). Auch können wir bei einem erneuten Durchgang schon vorher auf die Aspekte eingehen, die den Schülern bei all den Präsentionen schwer fielen (so z.B. Israel und seine Nachbarstaaten, die Rolle der USA, EU; Rolle der UNO; ebenso Begrofflichkeiten Israelis, Israeliten, Palästina). Wir sind vermutlich von etwas zu viel Vorwissen ausgegangen. Für den kommenden Kurs haben die Schüler die Aufgabe, sich bereits in den Sommerferien mit der Thematik zu beschäftigen, so dass mehr Vorwissen vorhanden ist.
    Gelohnt hat sich der Kurs auf jedem Fall. Das liegt vor allem auch daran, dass es sich hierbei um ein Themengebiet handelt, das im Geschichtsunterricht kaum/ nicht behandelt wird und dadurch ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler kam.
    Für mich persönlich hat es sich ebenfalls gelohnt, da ich mich auch wieder verstärkt mit dem Thema beschäftigt habe, durch die eigene Lektüre und durch die Präsentationen der Schülerinnen und Schüler.

    Was hielten Sie davon, eine Schulpartnerschaft mit einer palästinensischen und einer israelischen Schule aufzubauen?

    Ich persönlich fände das sehr interessant und würde darüber gerne mit unserem Schulleiter sprechen.

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