• Newsletter September 2014

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    Der Gaza-Krieg und wir

    Humanitäre Bilanz

    Der Krieg, der am 7. Juli begann und am 26. August endete, war asymmetrisch, was die eingesetzten Angriffs- und Verteidigungsmittel anbetrifft, demzufolge auch die Verteilung der Verluste. Hamas und andere bewaffnete Gruppen feuerten Raketen nach Israel. Diese gingen entweder auf freiem Gelände nieder oder wurden vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ abgefangen. Bis auf wenige Ausnahmen forderte der Beschuss kaum Menschenleben und richtete verhältnismäßig wenig materiellen Schaden an. Israel, viertstärkste Militärmacht der Welt, flog in dichter Folge Luftangriffe mit Raketen und Bomben und feuerte mit Artillerie, Panzern und Schiffsgeschützen auf Ziele in einem der weltweit dichtest besiedelten Stadtgebiete, dessen Bewohner, weil eingeschlossen, nirgendwohin entfliehen konnten. Die bewaffneten Kräfte in Gaza verfügten über keine Luftabwehr, den Bewohnern von Gaza standen keine Schutzräume zur Verfügung.        

    Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den besetzten palästinensischen Gebieten zieht nach dem Inkrafttreten des vorläufigen unbefristeten Waffenstillstandes eine humanitäre Bilanz:

    http://www.ochaopt.org/documents/ocha_opt_sitrep_04_09_2014.pdf

    Auf palästinensischer Seite starben in Gaza 2131 Menschen, darunter 1473 Zivilisten, davon 501 Kinder und 257 Frauen. 142 palästinensische Familien verloren 3 oder mehr Angehörige; 11.000 Personen wurden verwundet, darunter 3.374 Kinder. Von den verwundeten Kindern werden voraussichtlich etwa 1000 dauerhaft behindert sein. Rund 1500 Waisenkinder sind auf Fürsorge angewiesen. Die psychischen Verletzungen bei Kindern sind kaum zu ermessen

    Auf israelischer Seite starben 71 Menschen, darunter 66 Soldaten, 1 im Sicherheitsbereich Beschäftigter und 4 Zivilisten, darunter ein Kind.

    Auf palästinensischer Seite in Gaza wurden 18.000 Wohneinheiten zerstört oder schwer beschädigt.   110.000 Personen sind in Notunterkünften der UNRWA untergebracht, 450.000 Personen sind ohne direkten Zugang zur öffentlichen Wasserversorgung.

    22 Schulen sind komplett zerstört, 118 wurden beschädigt. 3 von 32 Krankenhäusern arbeiten nicht mehr.

    Wasser- wie auch Abwasserleitungen wurden über weite Strecken beschädigt, eine Abwasserreinigung findet mangels Strom praktisch nicht mehr statt. Das einzige Kraftwerk wurde so schwer beschädigt, dass es funktionsunfähig ist.

    Politische Bilanz

    „Der Kampf um Gaza hat riesige Trümmerberge und politisch nur Verlierer hinterlassen“, schreibt Hans-Christian Rößler in der FAZ vom 1.9.  Alon Ben-Meir sieht weder Gewinner noch Verlierer. Immerhin habe die letzte Runde der Feindseligkeiten bei beiden Parteien zu der Einsicht geführt, die jeweils andere Seite weder militärisch noch politisch ohne erhebliche Nachteile für die eigene Seite niederringen zu können. Deshalb müssten (und könnten) jetzt andere Optionen erkundet werden, um den Teufelskreis der Gewalt zu beenden:

    http://www.alonben-meir.com/article/now-guns-silenced/

    Uri Avnery sieht einen „um nichts“ geführten Krieg und an dessen Ende ein klares „Unentschieden“.  Bei seiner Betrachtung der Verluste beider Seiten, der enormen menschlichen und materiellen Verluste der Palästinenser und der vergleichsweise geringen der Israelis, nimmt er auf der Seite seines Landes vor allem die äußerlich nicht sichtbaren Verluste wahr. Für viele in der Welt sei „das kleine tapfere Land“ zu einem „brutalen Monster“ geworden. In Gaza sei Hass in riesigem Ausmaß hervorgerufen worden und in Israel selbst habe der Faschismus sein hässliches und unverkennbares Haupt erhoben:

    http://www.uri-avnery.de/news/300/17/Der-Krieg-fuer-nichts

    Der Wortlaut der auf ägyptische Vermittlung vereinbarten unbefristeten Waffenruhe wurde nicht veröffentlicht. Die Agentur Reuters berichtet über wesentliche Inhalte:

    http://www.reuters.com/article/2014/08/26/us-mideast-gaza-ceasefire-details-idUSKBN0GQ1XQ20140826

      

    Verlustgeschichten

    Amer Shurrab, Student aus Gaza, jetzt in den USA, erzählt vom Tod von vier Vettern im Juli dieses Jahres und vom Tod zweier Brüder während der Operation „Gegossenes Blei“ im Januar 2009. Hier der Link zum Video und zum Transskript:

    http://www.democracynow.org/2014/7/28/what_do_gazans_endure_a_palestinian

    Über den grausamen Tod der Brüder erschien im Januar 2009 eine Reportage der Journalistin Carolin Emcke, http://www.zeit.de/2009/08/DOS-Gaza.  Die darin geschilderten Abläufe begründen den Verdacht eines Kriegsverbrechens. Ein Ergebnis der internen Untersuchung der israelischen Armee wurde nie veröffentlicht. Wohl aber führte eine Zivilklage des Vaters der getöteten Brüder Im Juni 2012 zu einem gerichtlichen Vergleich und zur Zahlung einer Entschädigung von 430.000 Israelischen Schekel (rd. 86.000 EUR), so der Bericht der Tageszeitung „Haaretz“:

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israel-to-compensate-palestinian-family-whose-sons-were-killed-in-gaza-war-1.463746

    Asmaa al-Ghoul, Journalistin aus Gaza, erfährt vom Tod von 9 Familienmitgliedern in Rafah durch zwei von F-16- Flugzeugen abgefeuerte Raketen auf dass Wohnhaus der Familie,:

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2014/08/rafah-gaza-war-hospitals-filled-bodies-palestinians.html

    Bilder der Verwüstung

    Einen Eindruck vom Ausmaß der Zerstörung in Gaza gibt eine Fotoserie des israelischen Online-Magazins +972:

    http://972mag.com/photos-living-in-the-ruins-of-a-shattered-gaza-neighborhood/96387/

    Einen Atlas der Zerstörungen hat das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten in den besetzten palästinensischen Gebieten veröffentlicht:

    http://www.ochaopt.org/GazaCrisisAtlas2014/#/0

    Anlässe und Ursachen

    Wie kam es zum jüngsten Gaza-Krieg? „Wie hat es angefangen? Das hängt davon ab, wo man anfangen will“, sagt Uri Avnery. Er schlägt er einen großen Bogen vom Jahr 1967 über die Oslo-Vereinbarungen, die nicht umgesetzt wurden, den geplanten aber nicht realisierten Hafenneubau, die Zerstörung des mit deutscher Hilfe gebauten Flughafens, die einseitige Räumung statt einer verhandelten Übergabe an die palästinensische Autonomiebehörde bis zur Kappung der Verbindungen zur Westbank und zur Einschließung der Stadt:

    http://www.uri-avnery.de/news/299/17/Ohne-Augen-in-Gaza.

    In seinem oben bereits zitierten weiteren Artikel rekapituliert Avnery die dem Krieg unmittelbar vorausgehende Ereigniskette, die mit der Entführung und Ermordung der 3 jungen Israelis einsetzt:

    http://www.uri-avnery.de/news/300/17/Der-Krieg-fuer-nichts.

    René Wildangel und Bettina Marx heben auf die massive und mit der Tötung mehrerer Palästinenser einhergehende Durchsuchungs- und Festnahmeaktion „Brother‘s Keeper“ ab. Mit der Aktion war das israelische Militär gezielt gegen Mitglieder der Hamas in der Westbank vorgegangen. Dies wiederum habe Reaktionen der Hamas provozieren müssen:

    http://de.qantara.de/inhalt/israels-armeeeinsaetze-im-westjordanland-hilflos-in-der-westbank  und http://www.dw.de/kommentar-provokation-und-gewalt/a-17785370.

    Nathan Thrall, Analytiker in der International Crisis Group, sieht den Weg zum Gaza-Krieg als vom Westen gepflastert. Statt die palästinensische Einheitsregierung zu unterstützen, habe er ihr nur Hindernisse in den Weg gelegt:

    http://www.nytimes.com/2014/07/18/opinion/gaza-and-israel-the-road-to-war-paved-by-the-west.html

    Recht im Krieg

    Eyal Benvenisti lehrt Völkerrecht an der Universität Tel Aviv. Unter dem Titel „Der ungleiche Krieg“ stellt er gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Georg Nolte von der Humboldt-Universität Berlin in allgemeinverständlicher Sprache dar, welche Grenzen das Völkerrecht dem Handeln von Kriegsparteien setzt, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Sie setzen sich mit dem Paradox auseinander, dass die ungezielten Raketenangriffe der Hamas eindeutig verboten sind, hingegen bei den nach offizieller Bekundung auf militärische Ziele beschränkten Militäroperationen Israels, die sehr viele zivile Opfer forderten, in jedem Einzelfall zu prüfen ist, ob die kriegsvölkerrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden. Die „humanitäre und politische Katastrophe“, die beide Völkerrechtler im jüngsten Gaza-Krieg sehen, erfordere eine intensive Untersuchung, vor allem aber eine Verstärkung des internationalen Drucks im Hinblick auf eine umfassende Friedensregelung:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/gastbeitrag-der-ungleiche-krieg-13084728-p2.html

    Lesenswert sind auch die von Human Rights Watch zusammengestellten rechtlichen Fragen und Antworten zum jüngsten Konflikt:

    http://www.hrw.org/news/2014/08/03/qa-2014-hostilities-between-israel-and-hamas

    Artillerie-Beschuss in dicht besiedelten Gebieten und welche verheerenden Auswirkungen er haben kann, zeigt der Granateneinschlag vom 3. August in Rafah. Dort starben 10 Kinder im Schulgelände einer UN-Schule durch Granateneinschlag, dutzende wurden verwundet:

    http://www.theguardian.com/world/2014/aug/03/israel-air-strike-un-school-gaza-rafah

    Ein ehemaliger Artillerist der israelischen Armee erklärt die „Präzision“ von Artilleriefeuer und vergleicht es mit russischem Roulette:

    http://972mag.com/idf-soldier-artillery-fire-in-gaza-is-like-russian-roulette/95194/

    Ein amerikanischer Experte sieht gute strategische Gründe dafür, von Luftschlägen und Artilleriefeuer unter Bedingungen wie in Gaza überhaupt abzusehen.  Sie tendierten dazu, recht unterschiedslos zu wirken und machten es für die Menschen unter Feuer schwer, herauszufinden, was sie tun könnten, um sich zu schützen. Und was speziell israelischen Artillerie-Einsatz mit hochexplosiver Munition anbetreffe, hätten die Howitzer- 155m-Granaten einen Radius tödlicher Wirkung von 50 bis 150 m und Verletzungen in einer Entfernung von bis zu 300 m vom Ort ihrer Explosion. Und indirektes Artilleriefeuer, also solches ohne Sichtkontakt zum Ziel, habe eine „Fehlerbandbreite“ von 200 bis 300 m. Der Journalist Jonathan Cook fragt deshalb, ob nicht bereits der bloße Einsatz von Raketen- und Artilleriefeuer im dichtest besiedelten Gaza bereits ein Kriegsverbrechen darstelle:

    http://www.palestinechronicle.com/the-experts-verdict-every-israeli-missile-strike-is-a-war-crime/#.VBAjM2Pp9Ag

    Kriegsecho

    Drei jüdisch-israelische und ein palästinensisch-israelischer Schriftsteller reagieren auf den Krieg, auf das, was ihm vorausging, was ihm zugrunde liegt und was mit ihm einhergeht. Hier Links zu den Gedanken von Nir Baram, David Grossman und Etgar Keret:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-schriftsteller-nir-baram-zur-zukunft-israels-13036603.html und http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/israels-politik-unsere-verzweiflung-ist-unser-untergang-13034508.html und http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/nahost-konflikt-warum-israel-nicht-siegen-kann-13057278.html

    Sayed Kashua, Israeli palästinensischer Herkunft, der bisher so gut wie ausschließlich auf Hebräisch schrieb, fasste einen schwerwiegenden Entschluss. Er nahm Abschied von seinem Land und seiner Sprache und begründet, warum:

    http://www.theguardian.com/world/2014/jul/20/sayed-kashua-why-i-have-to-leave-israel

    Ruth Reznik war mit 14 Jahren der jüdischen Untergrundorganisation Irgun beigetreten. Sie bezeichnet sich selbst als „Terroristin im Ruhestand“. Nun hat sie ihrer Regierung einen Offenen Brief geschrieben. Es sei an der Zeit, zu verstehen, warum die Leute von Gaza gegen Israel zu den Waffen greifen:

    http://www.theguardian.com/world/2014/jul/20/sayed-kashua-why-i-have-to-leave-israel 

    327 Überlebende des Holocaust, Söhne und Töchter, Enkelinnen und Enkel von Überlebenden wenden sich mit außerordentlicher Schärfe gegen, wie sie es bezeichnen, „das Massaker an Palästinensern in Gaza“. Ein Genozid beginne mit dem Schweigen der Welt. Die Schlussfolgerung aus dem Holocaust „Nie wieder“ müsse richtiger Weise lauten “Nie wieder – für wen auch immer“:

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.612072

    Wie weiter?

    Eine Anzeige von Gush Shalom (Friedensblock) in der Tageszeitung Haaretz vom 27. Juli lautete:

    Schluss mit dem Dampfkochtopf

    Die Einschließung fortsetzen

    Bis zu einem

    Noch schrecklicheren Krieg?

    Nur ein blühendes Gaza,

    Teil eines souveränen Palästinas,

    Kann uns zu einer ruhigen Grenze verhelfen.

    Die israelische Menschenrechtsorganisation Gisha, die sich speziell dem Zugang von und nach Gaza widmet, legt dar, was sich am Grenzregime ändern kann und muss, ohne den Aspekt Sicherheit zu vernachlässigen:

    http://gisha.org/publication/3400

    Ein Editorial der israelischen Tageszeitung Haaretz zielt ebenfalls in diese Richtung. Israel müsse Gaza dabei unterstützen, sein volles wirtschaftliches Potential zu entfalten. Der Gazastreifen benötige nicht nur Wiederaufbau sondern auch freien Zugang zum Meer und einen Flughafen:    

    http://www.haaretz.com/opinion/1.612815

    Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik und René Wildangel, Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah, plädieren dafür, nach dem desaströsen Krieg jetzt eine Dynamik in Gang zu setzen, die den Kreislauf aus Blockade, Perspektivlosigkeit und Gewalt dauerhaft durchbrechen kann. Dazu machen sie in der Sache und zum Verfahren konkrete Vorschläge. Unter anderem fordern sie ein stärkeres Engagement Deutschlands und Europas für eine umfassende Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts:

    http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/medienbeitraege/140808_FAZ_Nicht_unserer_Krieg_Ass_Verf.pdf

    Präsident Mahmoud Abbas scheint zu einer diplomatischen Offensive entschlossen. Der Drei-Stufen-Plan könnte darauf hinauslaufen, Israel eine Frist zur Offenlegung der angestrebten Grenze zu Palästina zu setzen. Würde Israel dies verweigern, könnte unter dem Dach der arabischen Staaten der UN-Sicherheitsrat angerufen werden mit dem Ziel, Israel zum Rückzug aus den seit 1967 besetzten Gebieten aufzufordern. Würde auch diese Initiative scheitern, könnte Palästina den Beitritt zu sämtlichen internationalen Organisationen anstreben, denen es noch nicht angehört. Darin eingeschlossen wäre der Beitritt zum Rom-Statut als Türöffner zum Internationalen Strafgerichtshof:

    http://www.imemc.org/article/68996

    Zeitsprung

    Es gab über lange Zeiträume gute nachbarschaftliche, bisweilen sogar enge und freundschaftliche Verbindungen zwischen Juden und Arabern in Gaza. Solche Verbindungen hielten auch in den Jahrzehnten nach Gründung des Staates Israel, zumindest bis zum Ausbruch der ersten Intifada. Die israelische Schriftstellerin Judith Katzir legt in ihrem Roman „Tzila“auf Basis von Dokumenten ihrer Urgroßmutter von solchen Erfahrungen Zeugnis. Ein inspirierender Rückblick, vielleicht mit dem Gedanken niedergeschrieben, dass wieder sein könne, was einmal war. Igal Avidan hat die Autorin interviewt:

    http://de.qantara.de/inhalt/interview-mit-der-juedischen-autorin-judith-katzir-eine-familiensaga-zwischen-tel-aviv-und

    Trotz alledem

    Friendship Across Borders (FAB) organisiert seit zwei Jahrzehnten Begegnungen zwischen Israelis, Palästinensern und Deutschen, Deren Ziel: Es sollen Aufgeschlossenheit und wechselseitiges Verständnis, Interesse, ja, Anteilnahme füreinander entstehen. Die Teilnehmer sollen in ihren jeweiligen Gesellschaften als „peace carrier“ wirken. Würde die für dieses Jahr im August in Beit Jala geplante Begegnung vor dem Hintergrund des Krieges überhaupt stattfinden können? Die Organisatoren von FAB glaubten das zunächst selbst nicht. Aber dann gelang dies wundersamer weise doch. Andrea Leute, die für FAB dabei war, schildert wie:

    http://www.ardmediathek.de/radio/SWR2-Kulturgespr%C3%A4ch/Friedensarbeit-in-Zeiten-des-Krieges-I/SWR2/Audio-Podcast?documentId=22814082&bcastId=18599658   

    Hier einmal ein paar andere Bilder aus Gaza. Dort praktizieren Jugendliche einen unglaublich herausfordernden und übrigens sehr schön anzusehenden Sport: Parkour heißt er. Link zum Video und zur Beschreibung: http://www.youtube.com/watch?v=oDMdh-M26Rw und https://www.domusweb.it/en/architecture/2013/05/6/parkour_in_palestine.html

    Die Bilder sind vor dem Krieg entstanden. Hoffentlich sind die Aktiven nicht zu Schaden gekommen und hoffentlich können sie ihre Praxis wieder aufnehmen.

     

    Partnerschaftsaufruf

    Es gibt erfreulich viele Partnerschaften von Kommunen, Schulen und Hochschulen nach Israel. Ihnen sollte eine – wenn auch bescheidenere – Anzahl neuer Partnerschaften nach Palästina folgen. Überall dort, wo es schon persönliche, berufliche oder institutionelle Verbindungen zu palästinensischen Gemeinden, Schulen oder Hochschulen gibt, könnte das Ausgangspunkt und Kristallisationskern für eine neue Partnerschaft sein. Wir regen an, über eine solche Möglichkeit nachzudenken. Über Rückmeldungen aus unserem Leserkreis würden wir uns freuen. Unser Forum bietet an, gemeinsam mit Ihnen über mögliche nächste Schritte zu beraten. Schreiben Sie an info@forum-deutschland-israel-palaestina.de

    Rückblick

    5. August 2014: Israels Linke am Scheideweg
    Maayan Zakai, eine junge Aktivistin der israelischen Linken und Lea Frehse, Journalistin für Alsharq, haben am 5. August in Berlin über die aktuelle Situation der Linken in Israel berichtet. Ein Interview mit den beiden Referentinnen ist online abrufbar unter: http://www.forum-deutschland-israel-palaestina.de/20140903/

    Ausblick

    Als der Schauspieler Ernst Konarek und das Theaterhaus Stuttgart daran gingen, aus der autobiographischen Erzählung des Arztes Izzeldin Abuelaish aus Gaza („I shall not hate“, deutsch unter dem Titel ‚Du sollst nicht hassen‘) ein  Ein-Personen–Drama zu machen und eine Aufführung des Stücks für den Oktober vorzubereiten, konnten sie nicht ahnen, welche Aktualität ihr Vorhaben erhalten würde. Dr. Abuelaish verlor im Januar 2009 durch den Einschlag einer Granate in seinem Wohnhaus in Gaza drei Töchter und eine Nichte. Er, der allen Grund gehabt hätte, zu hassen, wurde zum Botschafter von Versöhnung. Die Uraufführung findet am 17. Oktober um 20.15 Uhr im Theaterhaus Stuttgart statt. Dr. Abuelaish wird bei der Premiere anwesend sein.

    http://www.theaterhaus.de/theaterhaus/index.php?id=1,3,17521

    Am Vorabend, dem 16. Oktober, wird Izzeldin Abuelaish um 19.00 Uhr im Theaterhaus Stuttgart auf Einladung des Theaterhauses, des Fritz-Erler-Forums und unseres Forums Deutschland-Israel-Palästina aus seinem Buch lesen, vor allem aber über seine Erfahrungen sprechen. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

    Am 18. Oktober wird Izzeldin Abuelaish bei einer Veranstaltung der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe in München sprechen. Informationen zu Ort und Zeit folgen auf unserer Homepage.

    Am 21. Oktober wird Tobias Pietsch in der katholischen Kirchengemeinde in Sachsenheim einen Vortrag zum Thema “Jerusalem – Status Quo und Perspektiven des Zentrums des Nahostkonfliktes“ halten. Informationen hier.

    „Wasser in Israel und Palästina: Zwischen Konflikt und Kooperation“ lautet der Titel eines ganztägigen Seminars am Samstag, 15. November 2014 von 9.30 bis 16.30 Uhr in Karlsruhe. Veranstalter sind unser Forum, die Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg und das Zentrum Klima und Umwelt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).       

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